Wilde Brombeere.

Wilde Brombeere zeigt eine klassische Form der Chromatographie, bei der ein Papier in eine pflanzliche Lösung getaucht wird. Diese steigt kapillar am Papier empor und folgt dabei den Gesetzen der Schwerkraft. So werden die Grenzen des Materials und des Verfahrens ausgetestet. Das entstehende Bild lässt sich als botanischer Fingerabdruck der Wilden Brombeere lesen.

Die Pflanze selbst steht sinnbildlich für die Ambivalenz zwischen naturverbundener Sehnsucht und gärtnerischer Kontrolle. Ihre süßen Früchte rufen nostalgische Erinnerungen hervor, während ihre dornigen Ranken oft als lästiger Wildwuchs gelten. Doch als Pionierpflanze besiedelt sie offene oder gestörte Böden und schafft durch ihr dichtes Wachstum neue Lebensräume.